Robert Bosch: Hauseigentümer und Bewohner profitieren von der Plusbilanz eines Mehrfamilienhauses

Mehr als ein Drittel der Menschen in Europa lebt in Mietwohnungen. Auch die Mietparteien in Mehrfamilienhäusern haben ein Interesse an möglichst geringen Nebenkosten für Strom und Wärme. Der Blick richtet sich deshalb immer mehr in Richtung Effizienzsteigerung im Mehrfamilienhaus-Bereich. Mit vertretbarem Aufwand kann mit schon heute verfügbarer Technik ein Mehrfamilienhaus als Energie-Plus-Haus gebaut werden. Folgendes Beispiel zeigt den Weg dorthin.

Die Rahmenbedingungen
Das 28 Wohneinheiten umfassende viergeschossige Mehrfamilienhaus in der Beispielbetrachtung steht in Würzburg (Deutschland). Ausgangspunkt der Berechnung ist – bei drei Bewohnern je Wohneinheit – ein durchschnittlicher Heizwärmebedarf von 53 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Der Grund für den im Vergleich zu einem Einfamilienhaus geringeren Wärmebedarf: Wegen der kompakteren Bauweise (Verhältnis Gebäudehülle zu -volumen) sind die Transmissionswärmeverluste geringer. Referenz-Heizsystem für die rund 90 Quadratmeter großen Wohnungen ist eine Gas-Brennwertanlage. Jede Wohneinheit hat einen gemittelten Energiebedarf für die Trinkwassererwärmung von 1 900 Kilowattstunden pro Jahr und einen Strombedarf von 2 660 Kilowattstunden pro Jahr. Auf dem Gebäude mit einer Grundfläche von rund 625 Quadratmetern ist Platz für eine 700 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage.

Die Energie-Plus-Technik

Auch im Mehrfamilienhaus sind effiziente Hausgeräte gefragt. Der Geschirrspüler SMS69T25EU von Bosch etwa ist Energiespar-Meister mit der innovativen Zeolith-Technik. Im Normprogramm verbraucht das Gerät nur zehn Liter Wasser und 0,86 Kilowattstunden Strom. Damit erfüllt es die Vorgaben der Energieeffizienz-Klasse A++.

Das Dach bietet ausreichend Platz für eine Photovoltaik-Anlage. Zur Verfügung stehen rund 700 Quadratmeter nutzbare Dachfläche. Die Module S_19 von Bosch wandeln die Sonnenenergie sehr effizient in Strom um. Bei einer Nennleistung von 225 Watt erreicht die Anlage einen Wirkungsgrad von 13,7 Prozent.
In Mietwohnungen ist das regelmäßige Lüften sehr wichtig. Wer nicht oder zu selten für einen Luftwechsel in der Wohnung sorgt, riskiert Schäden durch Schimmel. Diese sind nicht nur ein Risiko für die Gesundheit der Bewohner: Die Beseitigung von Schimmel kann Vermieter, aber auch den Mieter, teuer zu stehen kommen. Eine Anlage zur kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung bringt rund um die Uhr zuverlässig frische Luft und ein angenehmes Klima in alle Wohnungen. Die Lüftung Logavent HRV der Bosch Thermotechnik-Marke Buderus etwa erreicht einen Wärmebereitstellungsgrad von bis zu 91 Prozent. Mit einer Kilowattstunde Strom gewinnt sie bis zum 30fachen an Energie. Weiterer Vorteil: Allergiker können dank eingebauter hochwertiger Staub- und Pollenfilter durchatmen.

Im Heizungskeller unseres Beispiel-Mehrfamilienhauses dreht sich alles um effiziente Gas-Nutzung: Erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW) sind wahre Effizienzwunder – sie nutzen durch Kraft-Wärme-Kopplung die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme zum Heizen und zur Trinkwassererwärmung. Besonders effizient arbeitet das neue BHKW-Komplettmodul Loganova EN20 von Buderus. Die Anlage erreicht einen Gesamtwirkungsgrad von 94,6 Prozent (33,9 Prozent elektrischer Wirkungsgrad, 60,7 Prozent Wärmewirkungsgrad bei Auslegung 80/60 Grad Celsius). Mit einer elektrischen Leistung von 19 Kilowatt und einer thermischen Leistung von 34 Kilowatt ist das BHKW auf die Bedürfnisse des Gebäudes zugeschnitten. Ein Gas-Brennwertgerät Logamax Plus GB 162-100 von Buderus deckt den Spitzenlastbedarf zuverlässig ab.

Das Ergebnis
Mit den fünf Technik-Komponenten – effiziente Hausgeräte, Photovoltaik, kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung, Blockheizkraftwerk und Gas-Brennwertgerät – wird aus einem Primärenergiebedarf von 406 Megawattstunden pro Jahr ein Primärenergieüberschuss von 21 Megawattstunden pro Jahr. Bei einer Wohngesamtfläche von insgesamt 2 520 Quadratmetern ist das ein Bilanzplus von rund acht Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Auch in einem Mehrfamilienhaus ist also eine Plusbilanz möglich. Dass sich ein Energie-Plus-Mehrfamilienhaus nicht nur energetisch, sondern auch finanziell rechnet, zeigt ein Blick auf die Investitions- und Einspa-rungskosten: Anschaffung und Installation der fünf beschriebenen Komponenten kosten rund 584 000 Euro. Pro Jahr lassen sich 50 000 Euro mit den beschriebenen Maßnahmen einsparen – bezogen auf ein Gebäude mit Gas-Brennwertheizung. Selbst bei konstanten Energiepreisen ist also schon nach etwa zwölf Jahren die Gewinnschwelle erreicht.

Mehrere Informationen zum Projekt können der Anlage entnommen werden.